Osteopathie und Physiotherapie für Pferde



Behandlung

 

Die Behandlung erfolgt ausschließlich vor Ort, denn sie sollte stressfrei und in der vom Pferd gewohnten Umgebung stattfinden.

 

Erstbehandlung


Eine Erstbehandlung dauert in der Regel ca. 1,5 – 2 Std. Dies kann jedoch abhängig vom individuellen Verhalten des Pferdes und dem Umfang der Probleme variieren. Sie besteht im Einzelnen aus den folgenden Schritten:



  • Umfangreiche Befundaufnahme:
    • Problembeschreibung und Schilderung der Vorgeschichte durch den Besitzer
      (den/die Reiter oder sonstigen Betreuer des Tieres)

    • Sicht- und Tastbefund aller ertastbaren Strukturen des Pferdekörpers
      (Muskeln, Sehnen und Faszien, um Asymmetrien, Fehlstellungen und alle Auffälligkeiten zu erfassen)

    • Ganganalyse des Pferdes im Schritt, Trab und Galopp
      (an der Hand, an der Longe, evtl. auch unter dem Sattel)

    • Beurteilung der Zähne

    • Beurteilung des Hufbeschlags

    • Beurteilung des Sattels und des Zaumzeuges auf korrekten Sitz

    • Mobilitätstests der Gelenke der Vor- und Hinterhand und der gesamten Wirbelsäule



(c) Stephanie Wiener
Lösen von Wirbelblockaden

 

  • Behandlung:
    • Korrektur der Blockaden bzw. Bewegungseinschränkungen

    • Einweisung des Besitzers in einfache Massagetechniken zur Unterstützung des Therapieerfolgs

 

Nach einer Erstbehandlung kann es beim Pferd zu Muskelkater kommen. Deshalb ist es empfehlenswert, das Pferd in den ersten Tagen nach der Behandlung nicht zu reiten bzw. ihm eine Regenerationszeit zu gönnen. Weidegang oder das Pferd im Schritt führen ist jedoch kein Problem. Ab dem 4. Tag kann das Pferd bereits longiert (Schritt und Trab ohne Ausbinder) und ab dem 7. Tag wieder geritten werden.


Da die Probleme und die Reaktionen des Pferdes auf die Behandlung im einzelnen Fall sehr unterschiedlich sein können, wird der Trainingsplan den individuellen Bedürfnissen angepasst.
 


Nachbehandlung



Sie findet ca. 4 Wochen nach der Erstbehandlung statt und dauert zwischen 45 und 60 Minuten. Bei der Nachbehandlung werden nochmals alle Muskeln, Faszien und Gelenke auf ihren Zustand bzw. auf ihre Mobilität überprüft. Eventuell geringfügig zurückgekehrte Blockaden oder Bewegungseinschränkungen werden nochmals korrigiert und die Muskulatur sowie Faszien ein weiteres Mal gelockert, gedehnt bzw. gelöst.

Dies ist erforderlich, da Muskelverspannungen bzw.  -verkürzungen, die Gelenkblockaden begleiten, ca. 4 Wochen benötigen, um sich zu rehabilitieren.

 


So entspannt sieht ein Pferd nach einer Behandlung aus